
Vom 10. Juli bis zum 11. August 2024 war im Foyer des Landeshauses des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Köln die Ausstellung „Projekte 1996–2024“ der Gruppe Nebelhorn zu sehen. Die Gruppe ist ein inklusives Kunstprojekt von und für Menschen mit und ohne Behinderung aus Schermbeck am Niederrhein. Die Ausstellung bot einen umfassenden Rückblick auf nahezu 30 Jahre künstlerischer Arbeit im Rahmen verschiedener großer Projekte.





Ein besonderes Merkmal dieser Ausstellung war die Art der Präsentation: Die Projekte der vergangenen Jahrzehnte wurden in begehbaren schwarzen Zelten gezeigt, in denen auf Monitoren filmische Dokumentationen liefen. Diese ermöglichten den Besucher*innen detaillierte Einblicke in die Entstehungsprozesse der einzelnen Projekte – von der ersten Idee über die künstlerische Entwicklung bis hin zur finalen Präsentation. Die Filme verdeutlichten, welche Formen und Ausdrucksweisen sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, und machten die Arbeitsweise der inklusiven Gruppe eindrucksvoll erlebbar.


Die Ausstellung selbst umfasste ein breites Spektrum bildnerischer Ausdrucksformen – darunter Zeichnungen, Malereien, großformatige Gemälde, Skulpturen, Assemblagen und Objekte. Sie spiegelte nicht nur die künstlerische Vielfalt, sondern auch die intensive Auseinandersetzung der Gruppe mit gesellschaftlich relevanten Themen wider.
Ein zentrales Element war zudem eine offene Aktionsfläche in der Mitte des Foyers, auf der an den Wochenenden interaktive künstlerische Workshops und Performances stattfanden. Themen wie Spiegelbilder, Flucht, Machtmissbrauch, Sehnsucht, Grenzüberschreitungen und „Mein Leben“ wurden dabei unter Anleitung von Raúl Avellaneda gemeinsam mit Mitgliedern der Gruppe sowie mit externen Besucher*innen kreativ bearbeitet. Aus diesen Prozessen entwickelte sich schrittweise eine Rauminstallation, die schließlich integraler Bestandteil der Ausstellung wurde.

Die Ausstellung wurde von zahlreichen Besucher*innen aus der Region und darüber hinaus besucht. Sie bot Raum für inspirierende Begegnungen, offene Gespräche und einen intensiven Austausch über Inklusion, Kunst und gesellschaftliches Miteinander. Auch Mitarbeitende des LVR zeigten großes Interesse und traten in einen lebendigen Dialog mit der künstlerischen Arbeit der Gruppe.
„Projekte 1996–2024“ war damit nicht nur eine retrospektive Werkschau, sondern auch ein lebendiges Forum für künstlerische Teilhabe und inklusive Kulturarbeit.




